24. Kö - Lauf Düsseldorf, 04.09.2011
„noch mal glimpflich davon gekommen…“

Sonntags auf der Kö...
Nach einem verregneten vorangegangenen Wochenende und den Prognosen für diesen Sonntag mit aufziehenden Unwettern aus Westen, begleitet mit heftigen Windböen und Starkregen, habe ich morgens um 09:00 Uhr mal als allererstes meinen grünen Pavillon an der Laufstrecke postiert.
Das schien über längere Zeit unnötig, aber dann zog eine schwarze Wolkenfront herauf, brachte jedoch zum Glück nur einen kurzen, aber recht heftigen Schauer. Und dies just in dem Moment, als die 5 x 1,1km – Staffel-Aktiven ihre Runden zogen.
Die Temperaturen wurden durch den Regen nur unwesentlich gesenkt, so zeigte mein Thermometer selbst beim letzten Lauf immer noch über 24° Celsius an…

Kurz aber heftig - Regenguss
Insgesamt ist die Kö 2011 aber gut davon gekommen.
Nach rund 10 Minuten war alles wieder vorbei und die Straßen waren bereits dabei abzutrocknen. Es gab aber noch nasse Stellen. So berichtete mir Günther Weidlinger, schnellster Läufer Österreichs auf der Langstrecke, dass es teils noch rutschige Kurven gegeben hätte.

Startnummernausgabe im Görres-Gymnasium...
9 Starts über 6 Distanzen standen an:
10:30 Uhr Bambinilauf 1a – 350m; 10:40 Uhr Bambinilauf 1b – 350m; 10:50 Uhr Lauf 2 - Schüler/Innen 1,1km (1 Runde); 11:00 Uhr Lauf 3 – Schüler/Innen 2,2km (2 Runden); 11:20 Uhr Lauf 4 – 4km (2 große Runden); 12:00 Uhr Lauf 5 – Staffel für alle 5 x 1,1km; 12:40 Uhr Lauf 6 - Rehacare Patenschaftslauf 1,1km: hier liefen jeweils ein behinderter Läufer und ein nicht behinderter Läufer eine Runde = 1,1km.

ASC Düsseldorf Bambini beim Aufwärmen...
Und dann gab es noch um 3 Läufe über 10km, welche sämtlich in 5 Runden auf dem Originalkurs gelaufen wurden. Hier war der erste direkt der schnellste mit den Tops:

Lauffeld 200m nach dem Start
13:10 Uhr 10km mit Endzeiten unter 40min.;
14:00 Uhr 10km mit Endzeiten zwischen 40 und 50min.;
15:00 Uhr 10km mit Endzeiten über 50min.
Herauszustellen ist ein junger Aktiver vom Verein DJK Agon 08: Angelo Kizilates.
Er lief beim 10km Lauf mit hohem Tempo, direkt nach dem Start hinter dem Führungsfahrrad her und erinnerte zunächst an die Läufer, welche häufiger bei großen Stadtmarathons zu sehen sind und für ein paar Minuten Fernsehpräsenz haben, bevor sie dann von der Masse geschluckt werden.

Angelo Kizilates
Dieser Eindruck schien sich zu bestätigen, als nach der ersten kompletten Runde zwei weitere Aktive nahe zu ihm aufgerückt waren.
Als er dann nach Runde 2 wieder erschien, war es nur noch einer und auch den hat er dann erneut abgeschüttelt und so lief er als Sieger seines 10km – Starts in einer Zeit von 44:21 ins Ziel.
Das allein wäre durchaus der Erwähnung wert, aber er lief auch schon im 4km Lauf und belegte dort Platz 16 und wurde Fünfter in der M20 in 16:03 brutto.

Sonja Oberem auf dem Weg zum Ziel...
Und auch Sonja Oberem, die ja vor ein paar Jahren den Leistungssport an den viel zitierten Nagel hängte, war schnell in „ihrem 10er“.
Letztes Jahr hat Sonja den Mallorca Marathon in (brutto) 2:47:29 gewonnen und möchte das im November dieses Jahres wiederholen…

Aufgereihte afrikanische Top - Läufer
Der 10 km Start um 13:10 Uhr verlief so, wie es wohl nicht anders zu erwarten war: kurz nach dem Start, noch während der ersten 200m, machten die Aktiven aus Afrika mächtig Alarm und setzten sich hier bereits sichtbar von den Verfolgern ab. Damit war der Keks gegessen.
Interessant war einzig noch, wer schnellster Europäer werden würde, dasowohl Lokalmatador André Pollmächer, als auch Österreichs schnellster Langstreckler Günther Weidlinger die Chance dazu hatten.
Hier lief der eigentlich interessante Wettkampf, wechselten die beiden doch immer mal wieder ihre Position hinter der Spitze und liefen „Brust an Brust“ ins Ziel hinein.
Ein Zielfoto gab es verständlicherweise nicht, so dass die Technik, die durch http://www.frielingsdorf-datenservice.de/ eingesetzt wurde das Resultat brachte. Günther Weidlinger lief brutto 1 Sekunde schneller als Andre Pollmächer.

Japanische "Zwerge" beobachten die Läufe...
Die Aktiven aus Ostafrika waren zum Ende hin in kleine Gruppen verteilt und belegten die vorderen Plätze.
Den ersten Platz belegt mit Shadrack Kemboi ein schneller Läufer, der im Jahr 2010 und 2011 die 10 Meilenwertung beim Jever-Fun-Lauf gewann – siehe: http://www.runnerspoint-vanman.de/25.jever-fun-lauf-2011.html
Sein Sieg in 2010 bedeutete für einige Monate Weltjahresbestzeit!
Endergebnis Männer:
1. Shadrack Kemboi, 28:45*
2. Gadengoi Loitareng,28:50*
3. Charles Maina, 29:22*
4. Stephen Chelimo, 29:33*
5. Patrick Ereng, 29:46*
6. Günther Weidlinger, AUT, 29:47*
7. Andrè Pollmächer, rhein marathon düsseldorf e.V., 29:48*
Anzumerken auch, dass 4 der „schwarzen Perlen“ hinter den beiden schnellsten Europäern zurückblieben, so auch Stanley Salil, der mit 27:42 immerhin die zweitschnellste 10km – Zeit auszuweisen hat, welche jemals auf deutschem Boden gelaufen wurde…

Schnelle Frauen beim Einbiegen in die Schadowstrasse...
Im Feld der Damen war es enger, so dass zum Ende hin die ersten Drei jeweils nur 1 Sekunde brutto auseinander lagen. Und, da ja auch dieser Ländervergleich immer gerne wieder herangezogen wird: es gewann eine Läuferin aus Äthiopien vor den 4 schnellsten Kenianerinnen.
Schnellste Deutsche wurde Steffi Rötger aus Bochum, die z.B. auch im Juni Siegerin wurde beim Halbmarathon in Köln – siehe: http://www.runnerspoint-vanman.de/gag-halbmarathon-2011.html
1. Zeineba Hayato, ETH, 33:18*
2. Gladys Kiprotich, KEN, 33:19*
3. Monica Jepkoech, KEN, 33:20*
4. Peninah Kigen, KEN, 33:31*
5. Tabitha Gichia, KEN, 33:57*
6. Steffi Rötger, Bochum, 35:58*
7. Verena Dreier, SG Wenden, 36:23*
8. Caroline Migadde, UGA, 37:21*
9. Pascale Schmoetten, Special Olympic Luxemburg, 39:23*
10. Sonja Oberem, 39:38*
* Namen und Bruttozeiten aus Ergebnisliste.
Da der Kö Lauf ja dieses Jahr bereits seine 24. Auflage erlebte, steht dahinter natürlich ein erfahrenes Team.
Kopf dieses Teams ist Jan Winschermann, der sich mit „seinen Mädels“ auch um den Marathon kümmert, der in 2012 erstmals am letzten Aprilsonntag, dem 29.04.2012 ausgelaufen wird.

Steady state - Jan Winschermann
Und Jan hatte zeitweilig frei am Kö – Lauf – Sonntag 2011, so dass er die Strecke laufend genießen konnte und locker eine 53:57 ablieferte…

W75 Siegerin Inge Fuhr TG 1881 - 1:09:42 (netto)
Fazit:
Ungeachtet des kurzen Witterungseinbruches wieder volles Haus auf der Kö.
Gut angenommen wurde der neue Patenschaftslauf, in dem in den nächsten Jahren noch eine Menge Potential steckt.
Die Infrastruktur stimmt, so dass es auch seitens der Orga eher eine Veranstaltung der kurzen Wege ist und die abgesperrte KÖ, bei der die ganze Laufstrecke permanent einsehbar ist, lädt jedes Jahr zum etwas anderen Schaufensterbummel ein.
Alle Ergebnisse und weitere Infos wie immer:


