18. Verler Halbmarathon mit 10km - Lauf, 07.11.2010
"Insgesamt sieben Kilometer gegen den Wind, da kann man schon verzweifeln..."
...so kommentierte der später auf Platz fünf den Halbmarathon beendende Philipp Kaldewei.

Weichei: alter Mann mit Mikrofon
Es war frisch an diesem Sonntagmorgen, da die Temperaturen erheblich gesunken waren. Dies war rechtzeitig prognostiziert worden, so dass dann auch etliche Aktive unter den jedoch recht mageren 536 Finishern mit Handschuhen zum Lauf starteten.

Bereit: durch diese hohle Gasse müssen sie kommen...
Die Gesamtteilnehmerzahl setzt sich, nach den Listen von www.ttjung.de, zusammen aus 203 Halben, 275 Zehnern, 36 Schülerinnen und Schülern über 1,2km und 22 Bambini über die 800m.
Rund um das Schulzentrum „Zum Meierhof“ fanden an diesem Tag 4 Starts und Zieleinläufe statt.

Schwierig: Die Hose rutscht, aber das Ziel ist in Sicht...
Traditionell begann es mit den Jüngsten, den Bambini, welche noch einmal als Kindergartenkinder definiert wurden. Sie starteten mit Rücken zum Ziel auf der Zielgerade auf ihre 800m um exakt 11:45 Uhr.
Dieser Lauf war ohne Zeitnahme und Rangfolge, da Vergleichswettbewerbe ja spätestens mit der Einschulung eh beginnen…

Kompakt: Zehnerfeld unmittelbar nach dem Start
Um 12:00 Uhr starteten in Höhe Freibad die Gemeldeten über die 10km, welche in einer großen Runde gelaufen wurden.

Deutlich...
Jeweils geführt vom Fahrradfahrer kamen alle auch bei der anwesenden Sambagruppe vorbei, welche sich ein großes Stück vom Ziel entfernt am unteren Ende der Sankt-Anna-Straße postiert hatte.

Laut: Sambagruppe
Als das Führungsfahrrad auf die Zielgerade einbog war klar, dass es auch heute hier wieder mal deutlich gereicht hatte. Mit 36 Sekunden Vorsprung lief Elias Sansar von der LG Lage Detmold ins Ziel hinein.
Er ist seit etlichen Jahren höchst erfolgreich, hat er doch z.B. 5 Mal in Folge den Hermannslauf über 31,1km vom Hermannsdenkmal zur Sparrenburg nach Bielefeld gewonnen, zuletzt 2010 mit 1:47:27.
Außerdem gewann er den schon legendären Christkindllauf in Wiedenbrück über 10km bereits 9 Mal und könnte dieses Jahr am 03. Dezember zweistellig dominieren.

Ungefährdet: Elias Sansar, Sieger 10km
10 km Ergebnisse:
Männer:
1. Elias Sansar, LG Lage Detmold, 33:34
2. Thorsten Krüger, SV Brackwede, 34:10
3. Anatoli Derksen, NSU Brakel, 34:48

Überlegen: Dr. Kirsten Heckmann
Bei den Damen war schon recht schnell „der Drops gelutscht“ für die frühere Hermannslaufsiegerin Dr. Kirsten Heckmann, die zu keiner Zeit ihren Sieg in Gefahr wusste.
Sie siegte mit fast 3 ¾ min. Vorsprung auf die beiden Mädels von der Post, wobei die deutlich größere und mit einem längeren Schritt ausgestattete Christina Lueck den zweiten Platz für sich per Spurt verbuchen konnte.
Frauen:
1. Kirsten Heckmann, SV Brackwede, 37:34
2. Christina Lueck, DJK Gütersloh, 41:16
3. Stefanie Vergin, Post SV Gütersloh, 41:17

Wichtig: Briefing der Schülerinnen und Schüler vor dem Start
Bei den Schülerinnen und Schülern ging es um 12:10 Uhr, nachdem das 10er Feld den Schülerstartpunkt passiert hatte, auf den 1.200m Kurs.
Es fanden ausbaufähige 36 Aktive Eingang in die Ergebnislisten.
Da in Altersklassen gewertet wurde, hier nur die zwei Tagesschnellsten:
Schülerinnen:
Julia Buschmann, Einsteingymnasium Rheda, 4:12,0
Schüler:
David Westhoff, Grundschule Stuckenbrock, 4:01,1

Einsam: Roman Prodius, Sieger 1/2
Nachdem die Zehner mit Laufzeit 1:13:05 alle im Ziel waren, stand einem pünktlichen Start zum Halbmarathon nichts mehr im Weg.

Nix zu meckern : DLV-Starter Axel Offel
13:15 Uhr gab es den Startschuss für letztlich knapp 200 Aktive Halbmarathoni auf einen 3 Runden – Kurs. Der Zielschluss war mit 15:30 Uhr, also 2Std.15min in der Ausschreibung mitgeteilt worden. Auch dies klappte prima; nach 2:14:08 waren alle wieder da.

Gemeinsam: Zweiter und Dritter
Kurz nach dem Start lief das Feld erstmalig an der Schnittstelle zum späteren Zieleinlauf vorbei. Hier waren zwei kleine Männergruppen vorne weg. Bei den Läuferinnen sorgte zunächst die einzige afrikanische Teilnehmerin für Tempo, welchem sie im weitern Verlauf dann aber deutlich Tribut zollen musste und nur noch einen für sie selbst enttäuschenden dritten Platz erzielte.
Freundlicherweise machte Stefan Schwenke, Journalist und Organisator des Winter-Citylaufs in Ahlen (http://www.lgahlen.de/citylauf/index.html) die hier verwendeten Fotos (mit meinem Fotoapparat). Gleichzeitig führte er aber zwischendurch auch sämtliche Siegerehrungen durch, so dass ich über den Rennverlauf nichts weiter in Erfahrung bringen konnte…

Konzentriert: Siegerin Alena
Zum Ende hin reichte es für einen Sieger aus Moldawien, der hier auf dem durch kenianische Bestzeiten dominierten Kurs siegte. Zweiter wurde ein im zweiten Jahr in Deutschland lebender gebürtiger Marokkaner. Platz 3 ging in die Ukraine.
Männer:
1. Roman Prodius, 1:05:30
2. Abderrazzak Charai, 1:08:02
3. Vladimir Timashov, Ahiles Leszno, 1:08:03

Aufgeholt: die Zweite "Halbe"
Bei den Frauen ließ die schnell anlaufende Kenianerin während der zweiten und dritten Runde Federn. Zunächst wurde sie von der späteren, aus Weißrussland stammenden, Siegerin überholt und dann auch noch von der bis dahin Drittplatzierten Läuferin aus der Ukraine.

Abgekocht: Drittplatzierte, ohne Spaß
Frauen:
1. Alena Berasniova, Ahiles Leszno, 1:17:31
2. Alena Serdiuk, Ahiles Leszno, 1:19:29
3. Beatrice Misoi, 1:19:49

Verblasen: Philipp Kaldewei
Natürlich waren auch einheimische Läuferinnen und Läufer über die Halbmarathondistanz erfolgreich.
So wurde auf Gesamtplatz 5 der Männer Philipp Kaldewei, M20er von LV Oelde, in 1:14:07 Endzeit schnellster Deutscher.

Prima: Sandra Lüring mit Robert Schulz
Bei den Läuferinnen lief auf Platz 4, die ebenfalls in der 20er Klasse für den ESV Münster startende Sandra Lüring in 1:21:02.
Die aktuellen Streckenbestzeiten liegen bei den Männern bei 1:02:29 von Samuel Kosgei (KEN) aus dem Jahr 2008 und bei den Frauen bei 1:11:10 durch Carolyne Kiptoo (KEN) aus 2005.
Die zehn schnellsten Männerzeiten über alle bisheringen Jahre werden ausschließlich durch Läufer gebürtig vom afrikanischen Kontinent gehalten.
Nur bei den Frauen konnte Tina May (LGO Dortmund) im Jahr 1996 mal eine 1:13:39 laufen, sonst sind weitere 8 Zeiten ebenfalls von Afrikanerinnen (Kenia und Tansania) gelaufen worden. Die zehntschnellste Zeit 1:14:41 stammt von einer Kasachin.
Eine außergewöhnliche Leistung vollbrachten 4 erfahrene Läufer vom LC Rapid Dortmund: In der Klasse der M65 verbesserten sie den bisherigen deutschen 10km - Mannschaftsrekord um 29 Sekunden auf 2:05:22.
Beteiligt an dieser tollen Leistung waren Karl-Walter Trümper (39:52), Wilfried Frese (42:36), Klemens Wittig (42:56) und Hans Paluszynski (44:09).

Altmeister: Hansi Böhme, ex. Orgachef
Fazit:
Ein gut organisierter Lauf, bei dem sowohl die Infrastruktur, als auch die Laufstrecken stimmig sind, allein die Teilnehmerzahlen geben Anlass zur Besorgnis. Es wird eine „große Maschinerie“ angeschoben und über etliche Stunden „am Laufen gehalten“ für dieses Jahr mit „Mann und Maus“ gerade einmal 536 Finisher.

Wieder erstarkt: Elfie Hüther, Siegerin W55, VfB Salzkotten
Die beteiligten Vereine DjK Gütersloh und TV Verl werden sich überlegen müssen, wie es spätestens nach der zwanzigsten Auflage am 04.11.2012 weitergehen soll.
Die 19. Auflage ist geplant für den 06. November 2011.
Ausschreibung etc. im Netz: http://www.verler-volkslauf.de/


