25. Hamburg - Marathon, 25.04.2010
"ganztägig Sonne beim Jubiläumsmarathon an der Alster..."
Am Vortag des Marathonlaufs gab es das legendäre Zehntel, bei dem Ulrike Maisch mehr als 6.000 Kids auf ihre Strecke schicken konnte. Das war zweifelsohne ein toller Vorlauf des eigentlichen Großereignisses am Sonntag.

(Schuppen 52 - Marathon Messe ???)
Die Startnummernausgabe und die Sportartikel-„Messe“ fand dieses Jahr im Schuppen 52 im Bereich des Freihafens statt.

(ach hier: beeindruckend...)
Wer es dann endlich geschafft hatte, diesen Ort individuell zu erreichen, was angesichts der zahlreichen Baustellen während der Anfahrt und der nur in großen Abständen vorhandenen Hinweisschilder schwierig war, traf auf ein ungewohntes Gelände.
Ein gedrungen erscheinendes Gebäude war erst beim Annähern als das Richtige zu erkennen. Dieses wurde durch ein Schild über dem offiziellen Eingang erreicht.
Als erster Eindruck war dann ein scharfer, stechender Geruch zu vernehmen, welcher laut Insidern von den Waren stammte, die hinter einer großen Holztür in den angrenzenden Räumen lagerte. Hierbei schien es sich u. a. auch um Gewürze zu handeln.

(hereinspaziert - RUNNERS POINT Stand...)
Die Halle an sich bot der deutlich reduzierten Zahl von Ausstellern Flächen zur individuellen Gestaltung an, so dass der Blick nach oben in die Balkenkonstruktion der Decke meist durch das Warenangebot abgelenkt wurde.

(Jo Schindler, Macher und Arbeiter in Sachen Frankfurt Marathon...)
Insgesamt war hier spürbar weniger los, als bei den vorangegangenen 24 Veranstaltungen, wo z.B. auf dem Messegelände auch „normale Hamburgbesucher“ auftauchten. An diese Stelle kam jedoch niemand, der hier nicht gezielt hin wollte.
Die Aktiven wurden durch kostenlosen Bus-Shuttle transportiert, wobei sich in diesem Fall vielleicht auch die Wassernähe hätte in Tarnsportwege einbinden lassen, was dem Erlebnis Hamburg Marathon einen ganz eigenen, sonst bundesweit nicht zu realisierenden Charme verliehen hätte…

(Hamburg, 08:55 Uhr: warten auf die Ersten...)
Am Sonntag stand ich dann wieder an „alter Stelle“, die ich seit mehreren Jahren jetzt beschalle. Im Straßenzug „Schöne Aussicht“, die ihren Namen wirklich verdient, bauten unser derzeitiger Marketingpraktikant und ich auf. Er war erstmalig überhaupt in Hamburg und staunte nicht schlecht angesichts der Prachtbauten, welche die Laufstrecke zwischen dem Einbiegen in die Schöne Aussicht bis zur Kurve in die Karlstraße zieren…

(blauer Himmel, Sonne und später auch die Zuschauer...)
Beim unmittelbar neben der Straße gelegenen Hamburger RG Hansa wurde mächtig aufgetakelt und die Segelboote verließen in großer Zahl die Anlegestellen und waren im teils frischen Wind auf der Außenalster unterwegs. Traditionell treffen sich hier Vereinsmitglieder am Sonntagmorgen zum Sektfrühstück und geben sich ihrem Vereinsleben hin.
Leider klappte es nicht mit dem TV – Empfang und auch das eingebundene Radio brachte keine brauchbaren Infos, so dass ich ausschließlich mit dem Erleben in Echtzeit lebte, was den Spaß allerdings nicht schmälerte.

(noch viel Platz - Handbiker...)
Wir waren kurz vor Erschienen der ersten, um 08:55 Uhr gestarteten Handbiker mit dem Aufbau fertig, so dass diese gegen 09:15 bereits beschallt und hoffentlich motiviert werden konnten. Schwierig sind allerdings die horizontal angebrachten Startnummern auf der Rückseite, hinter den Athleten zu sehen, zumal die Spitze ja mit Höchsttempo vorbeirauscht.
Laut Plan war der Start der Rollis, also der Aktiven im klassischen, über die Räder angetriebenen Sportrolli, 2 Minuten später; da die Handbiker auch noch viel schneller sind – im Ziel beim Marathon bis zu einer Stunde – kamen diese entsprechend deutlich später.
Es waren ~ 90 Rollstuhlsportler gemeldet.

(Männer - Spitzengruppe kurz vor km 19...)
Nach 57min Laufzeit war dann die Spitzengruppe bei uns in Sichtweite, eine 9-köpfige Gruppe, welche sich aus 8 afrikanischen Aktiven und mit der Startnummer 10 Ignacio Caceres aus Spanien zusammensetzte.

(angefressen: Martin Beckmann mit Pacemakern...)
Dieser folgte mit Charles Ngolepus aus Kenia ein 26jähriger Einzelkämpfer, bevor dann mit Martin Beckmann von der LG Leinfelden Echterdingen der erste deutsche Läufer im Feld erschien. Er war mit Tempomachern unterwegs, an denen er aber nach seinem Ausstieg kurz nach dem Halbmarathonpunkt kein „gutes Haar“ ließ.
Sein Originalkommentar: „ich wollte ein schnelles Rennen, allerdings nicht so schnell wie der Pacemaker. Wir waren bei fünf Kilometern zu schnell, der Tempomacher und ein weiterer Läufer, den wir eingesammelt haben, sind sehr, sehr unrhytmisch gelaufen. Dann kam noch böiger Wind von vorne.“
Jetzt bereitet sich Martin Beckmann auf die EM im Sommer in Barcelona vor.

(und schwups - vorbei: Frauenduo an der Spitze...)
Nach 1:05 war der Uhrenwagen der Frauenspitze im Blick. Zu diesem Zeitpunkt liefen 2 Mädels etwas vor den Verfolgerinnen, jedoch nicht die schnellste Gemeldete, was die Papierform betrifft.
Das war mit F2 und vergleichbar langsameren 2:28:55 Elizabeth Cheruiyot Chemweno aus Kenia. Sie war die einzige Gemeldete mit einer PB von unter 2:30 Std.

(Verfolgerinnen mit Alemitu Bekele...)
Bei den Männern gab es auch nur 2 Aktive mit einer persönlichen Bestzeit von unter 2:10. Hier zeigt sich die auch diesjährige Misere. Es gab nicht die finanziellen Mittel, um mit Antrittsgeldern „Weltklasse“ nach Hamburg zum Jubiläumsmarathon zu locken. Hinzu kommt sicher noch, dass zeitgleich der London – Marathon stattfand.
20.116 Gemeldete wurden genannt für den Marathon; hinzu kamen noch ca. 90 „Rollis“ und 38 Walker /-innen. Und die erfreulichen über 6.000 Kids am Vortag beim Zehntel…

("geführte" Tempogruppe...)
Die Aktiven, die unterwegs waren, erlebten einen tollen Lauf durch die Metropole an der Alster. Das Wetter stimmte. Die angekündigten 21° Celsius waren, angesichts der wechselnden Brise, nicht als solche spürbar, so dass es zumindest bei uns direkt an der Außenalster nicht drückend warm war.

(Verpflegung in einem Kilometer...)
Es waren auch wieder die vielen bunten Vögel unterwegs, allen voran Michel Descombes der erfahrene und auf seinen 200ten Marathon zulaufende Langstreckler aus Frankfurt, der als „Michel on Tour“, allen Marathonzuschauern hinreichend bekannt sein dürfte.
Ein Läufer hatte sich in eine edle Robe gekleidet, trug eine Krone auf einer Pelzunterlage, hatte Zepter und Reichsapfel dabei und absolvierte aus irgendeinem, mir unbekannten Grund die Strecke als König.
Der auch immer auftauchende Wasserträger mit Eimer rechts und Eimer links und mit Zylinder war unterwegs. Es wurden viele bunte Perücken und Ganzkörperverkleidungen zur Schau getragen und die unterschiedlichsten Kopfbedeckungen.
(Horst Preisler, M 75, LAV Hamburg Nord...) ©Marathon4You
Natürlich lief auch Horst Preisler in „seiner Stadt“ seinen nächsten Marathon. Er ist der Mensch mit den meisten Marathons weltweit und ist auf dem Weg zum Marathon 1.700, wobei er seine ersten 1.000 in 28 Jahren absolvierte.

(run in the sun...)
Fazit:
Der Hamburg Marathon als Lauf hat an Attraktivität für die sog. breite Masse der Läuferinnen und Läufer nichts verloren.
Die Organisation in Hamburg sollte darüber nachdenken, ob die „Messe“ an gleicher Stelle den Aktiven und den bezahlenden Ausstellern noch einmal zuzumuten ist.

(RP Vanman im Zielbereich 1986...)
In diesem Jahr musste die sportliche Leitung des Marathon sicher damit leben, dass weder die Endzeiten, 2:09 Männer und 2:28 Frauen, im bundesweiten Vergleich besonders topp sind und auch die mit großer Mühe erreichten 20.000 Gemeldeten lassen sicher Platz zum Nachdenken über die Veranstaltung 2011.
Damit ist dann auch das nächste Thema auf den Plan gerufen, denn:
am letzten Wochenende im April, dem traditionellen Veranstaltungszeitpunkt des Hamburg – Marathon ist im Jahr 2011 Ostern!


