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Berichte

56. World Military Pentathlon Championchip München

 

„der etwas andere Wettkampf - Respekt..."

 

Auf dem Gelände der Universität der Bundeswehr in Neubiberg fand zwischen dem 01. und 11. September 2009 diese Weltmeisterschaft statt, bei der am Ende der insgesamt 5 Disziplinen die Einzel- und Mannschafts – Weltmeister   /-innen gekürt wurden.

Am 01. September war Anreisetag der Delegationen aus 30 Ländern und 4 Kontinenten. Am 02.09.2009 gab es einen Tag, um zu trainieren und die Anlagen vor Ort kennen zu lernen. Der 03. September stand ebenso im Zeichen des Trainings und es gab die Eröffnungszeremonie.

                             (Hindernisschwimmen)

 

Am Freitag, den 04. September waren dann die ersten Wettkämpfe mit Schießen dran. Samstag, 05.09. Hindernis – Einzellauf, Sonntag, 06. September (Hindernis) Schwimmen. Am Montag, den 06. September war Wurftag, gleichzeitig mein Anreisetag zur WM.

(Weltmeisterin Linna Tian, CHN)

 

Dann kam der Dienstag, an dem die Frauen und Männer zum Ende der WM ihre Entscheidung im Cross Country Lauf suchten. Die Damen liefen eine 4 km Runde, die Herren 2 Runden, entsprechend 8 km.

Es wurde nach der sog. Gundersen-Methode gestartet, so wie es Mancher vielleicht aus dem TV vom Biathlon kennt, wenn von Jagdrennen gesprochen wird. Gestartet wurde in den Abständen, die sich durch Umrechnung nach den bisherigen Punktzahlen ergaben. Das bedeutete: wer als Erste(r) ins Ziel kommt ist Weltmeisterin bzw. Weltmeister.

Bei den Damen schien bereits vorher alles klar. Die als starke Läuferin bekannte Linna Tian aus China startete mit 1 min. 51 sec. Vorsprung auf ihre Landsfrau Xue Zhang und der ersten Koreanerin*, Hyang Sil Pak.

*Die Koreaner, ausschließlich aus Nordkorea stammend, mussten alle benannt werden als „Demokratische Volksrepublik Korea“.

Am Ende des Laufs wurde die mit Nummer „1“ startende Linna Tian Weltmeisterin.

        (Robert Krawczyk noch hinter Song Jin Kim, PRK)

 

Als die Männer starteten war der erste Deutsche Starter mit Nr. 5 aufgestellt und hatte einen Rückstand von 1 min 26 sec auf den ersten Koreaner, Kwang Nam Choe. Ihm folgten drei weitere Koreaner, bevor dann Robert Krawczyk aus Deutschland startete und noch im Stadion den 4 sec vor ihm gestarteten   Koreaner überlief.

Nach der ersten Runde lag der Deutsche bereits deutlich in Führung und konnte zum Ende hin seinen Vorsprung noch einmal ausbauen, so dass es einen versöhnlichen Abschluss mit dem Weltmeistertitel gab. Dies hatte nach dem Wurftag zunächst nicht (mehr) so ausgesehen.

Robert Krawczyk war 2007 bereits Europameister!

Das deutsche Männerteam wurde Zweiter; eine Damenmannschaft (oder heißt es Frauschaft?) war nicht am Start, lediglich eine Einzelstarterin.

                            (Weltmeister mit Freundin)

 

Abends gab es eine kleine Siegerehrung in der Mensa des Geländes, zu dem viele der Aktiven und Betreuer, Angehörige und Zuschauer anwesend waren. Hier wurden auch die Disziplinsieger geehrt, also die schnellsten Einzelläufer  /-innen- und Teams.

Mittwochs war dann ein Kulturtag für die Teams angesetzt, an dem die Verantwortlichen vor Ort u.a. eine Stadtrundfahrt nach und durch München organisiert hatten. Etliche suchten an diesem Tag auch die Ruhe und erholten sich, bzw. sammelten noch einmal Kräfte für den folgenden Donnerstag.

  (Frank Eickmann, der Vanman und Björn Weier, von links)

 

Meine beiden Kollegen Björn Weier, Frank Eickmann und ich nutzten die Gelegenheit, das Alpenvorland auf ca. 130 km Streckenlänge mit unseren Rennrädern zu erfahren. Da kamen wir natürlich auch an dem einen oder anderen kulturellen Highlight in Form einer „Brotzeit“ nicht vorbei.

Donnerstags gab es dann eine „Zugabe fürs Publikum“.

Die WM war entschieden und nun fand auf dem Gelände der fest installierten und ganzjährig benutzbaren Hindernisbahn ein Staffel Event statt.

Auf dem 500 m Kurs wechselten sich 3 Damen bzw. beim zweiten Startblock 4 Herren ab und absolvierten die dort vorhandenen Hindernisse.

Die Damen durften 3 Hindernisse auslassen und hatten, wo es um Überwindung von Höhen ging zusätzlich Podeste mit ca. 30 cm Höhe, um körperliche Längendifferenzen in Bezug auf die Männer, auszugleichen.

Dieser Teamwettbewerb war ein echtes Highlight.

Es gab bei den Männern einen uralt Weltrekord, welcher im Verlaufe der Wettbewerbe, Vorlauf, Viertelfinale, Halbfinale, Finale gleich mehrfach unterboten wurde.

Dies war, nach Aussage meines Moderatorenkollegen, das schnellste Staffelevent seit Durchführung dieser Wettkämpfe.

                                           (Wechsel 1)

 

Jeweils 2 Aktive starteten und übergaben unterwegs nach 3 Hindernissen an den Nächsten. Dieser nach weiteren Hindernissen an den Nächsten usw. bis der Letzte ins Ziel hineinlief und auf eine große Weichmatte stürzte.

                                    (Peter Feeg, AUT)

 

Unser silbernes RUNNERS POINT / Asics – Fahrzeug stand zentral auf dem Platz, so dass der österreichische Bundesheerangehörige und Fachmann Peter Feeg und ich die Läufe kommentieren konnten. Peter war auch bereits dienstags „der Insider“ am anderen Mikrofon und ist seit vielen Jahren im Metier Military-5-Kampf zu Hause. In 2 Jahren wird er dann wohl Moderator bei der WM in Brasilien sein – Glückwunsch.

                                           (Wechsel 2)

 

Als es auf die Finals zulief kam ein, ich nehme an, Offizier des Standortes mit den Worten „der Prinz ist da“ auf uns zugelaufen. Ich wunderte mich, da bei uns in Rheinhessen die Karnevalssession eigentlich erst mit den 11.11. beginnt und so fragte ich zurück: „welcher Prinz?“

                       (d´r Prinz kütt)

 

Diese Frage, und dann noch von einem Zivilisten und bekennendem Kriegs- und Wehrdienstverweigerer, brachte ihn leicht aus der Fassung und er antwortete: „seine königliche Hoheit, Prinz Leopold von Bayern“. Der Schirmherr der WM, wie mir mitgeteilt wurde.

                                                (Ziel)

 

Da ich weiß, dass in Bayern die Uhren anders gehen, habe ich auch ihn, formvollendet begrüßt. Der Prinz machte seine Runde, volksnah und ohne irgendwelche Allüren und klatschte Beifall ob der sportlichen Leistungen.

                (new World Record 1:46:30, Venezuela)

 

Nachmittags gegen 16:00 Uhr gab es dann auf dem Antrittsplatz die Siegerehrung und Abschiedszeremonie; aber da war das RUNNERS POINT Team bereits in verschiedene Himmelsrichtungen wieder unterwegs.

                          (Ehrung des Weltmeisters)

 

Fazit:

Mal was ganz Anderes, aber Hochachtung.

Hier ist Hindernislauf wirklich ein Solcher und auch das Schwimmen mit Hindernissen ist alles andere als ein Kindergeburtstag.

 

Der Link zur offiziellen Seite: http://www.military-pentathlon.de/

Weitere Impressionen:

                                    (Sportsoldatinnen)

 

                 (Indian Team auf dem Running Mobil)

 

                       (Start-Hindernis)

 

                                     (Hindernis Nr. 4)

 

                          (Hindernis Nr. 5 - Schrägwand)

 

                              (das sog. "Fuchsloch")

 

                                   (Kriechhindernis)

 

                                           (Stufenleiter)

 

(Dopingbeauftragte, war aber alles o.k.)

RUNNERS POINT FAHNE