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20. Volkslauf durch die historische Altstadt von Neustadt/Weinstraße, 19.06.2009

 

Elwetritschen werden meist als hühnerähnlich beschrieben. Allerdings können die Tiere ihre Flügel kaum gebrauchen, weshalb die überwiegend im Unterholz oder unter den Rebstöcken leben. Der Legende nach sind sie eine Kreuzung von Hühnern, Enten und Gänsen, die sich mit im Wald lebenden Fabelwesen wie Kobolden und Elfen vermischten. Manchmal werden Elwetritschen auch mit einem Hirschgeweih abgebildet, ihr Schnabel wird oft als sehr lang dargestellt."

So die Erklärung bei Wikipedia

 

Neustadt an der Weinstraße wird als Heimat bzw. Ursprungsort der Fabelwesen angesehen, wo es dann für Touristen die Möglichkeit gibt mit erfahrenen Jägern nachts auf Jagd nach ihnen zu gehen. Benötigt wird ein Sack, eine Laterne und ein Knüppel…

An diesem Abend des Volkslaufs waren die Elwetritschen allerdings einerseits nur auf dem Brunnen, welcher genau gegenüber dem Rathaus auf dem Marktplatz steht zu sehen und als Preise bei diversen Siegerehrungen.

Das Rathaus war der zentrale Ort. Hier wurde den Innenhof genutzt, um die komplette Organisation unterzubringen.

Die Vormelder holten hier ihre Startnummern, es konnte nachgemeldet werden, es gab Speisen und Getränke im Hofe und draußen. Im Innenhof war auch ein Pavillon an dem Sachpreise abgeholt werden konnten, die unter den vergebenen Startnummern ausgelost worden waren.

Folgende Startzeiten waren ausgeschrieben:

18:30 Uhr Schülerlauf über 1.200 m, 18:45 Uhr Schülerlauf über 800m. Beide wurden am Kriegerdenkmal am Klemmhof gestartet, in Sichtweite des Marktplatzes.

19:00 Uhr war der Start zum Einsteigerlauf mit Walking über 5 km als offener Lauf ohne AK-Wertung; letzter Start dann um 20:00 Uhr über die 10 km mit AK – Wertung. Beide Starts fanden direkt neben dem Rathaus statt und wurden in 4 unterschiedlichen Runden gelaufen. Es ging zum Ende der Runde immer wieder durch den Startbereich und dann letztlich zum Ziel neben der Kirche, genau auf der anderen Seite des Marktplatzes.

Hier stand Harald vom Team H(arald) und T(heo) Baumann aus Wörth Maximiliansau, die ihre Ergebnisse, Ausschreibungen und Infos verbreiten unter www.laufinfo.de

Angeführt wurden die Felder durch die Polizei, welche an diesem Abend die Funkwagen gegen Fahrräder getauscht hatte und durch weitere Vereinsradfahrer unterstützt wurde.

Für mich war, wie sicher auch für viele andere „Neulinge“ in Neustadt zu sehen, dass hier viel historische Bausubstanz steht und schöne alte Fachwerkhäuser große Teile der Innenstadt zieren.

Dieses Ambiente macht sicher einen Teil der Beliebtheit des Laufs aus, bei dem dieses Jahr erstmalig mehr Ruhe herrschte, als während der Vergangenheit.

In den letzten Jahren war traditionell ein Fest der „Holländischen Freunde“, wobei diese auch aus anderen Teilen der Niederlande kamen, nicht nur aus der Provinz Holland.

Es handelte sich in großen Teilen um Stationierte des Deutsch / Niederländischen Corps, die natürlich auch versetzt werden, so dass die Durchführung dieses Festes erstmalig nicht mehr zustande kam. Dies hat der Veranstaltung jedoch nicht geschadet.

Es waren so viele Aktive gemeldet, wie immer und der eine oder andere Anwesende bemerkte, dass „man“ sich jetzt auch besser unterhalten könne, weil es ja nicht mehr so laut sei.

Die Kids lieferten sich packende Zweikämpfe, speziell auf den letzten Metern, wo der Zieleinlauf im 90° Winkel von der Laufstrecke abbiegt und die Angehörigen warteten.

Es waren im zweiten Start Zwerge bis zum Jahrgang 2007 gemeldet, wobei natürlich ernsthaft überlegt werden muss, ob das Sinn macht. Genau so wenig lässt sich (besorgten) Eltern offensichtlich vermitteln, dass es für die Kinder zuträglicher wäre, wenn sie zum Laufen beide Arme zu Schwung holen hätten. Aber es wurden wieder viele an der Hand über die Strecke „gezogen“.

Dies ist natürlich kein Problem dieses Laufs, sondern immer wieder zu beobachten, da die Trennungsängste, selbst auf der Distanz vom 800m offenbar so groß sind, dass hier nicht voneinander gelassen werden kann…

Beim 5km Lauf wurde in der Spitze richtig Alarm gemacht und die 4 Runden waren relativ schnell gelaufen. Es wurde jedoch schwierig andere im Lauf befindlich zu überholen, da doch sehr große Unterschiede in den Tempi vorherrschten.

Am Start dieses Laufs war auch Armin Tschackert, der mit 84 Jahren älteste Teilnehmer, welcher hier in Neustadt bereits seinen 31.Wettkampf des Jahres 2009 absolvierte.

Als es an den 10 km Start ging, waren bereits einige Siegerehrungen durchgeführt, so dass es dort keine langen Wartezeiten gab und jeder sich voll auf das Zusehen konzentrieren konnte.

Auch vertreten waren der Vorjahressieger Jürgen Bischof außerdem mit Mekki Saad der Fünfte des Vorjahres und auch mit Rafael Bender ein in der Gegend weiterer bekannter Läufer.

Bei den Damen waren Vertreterinnen des Caps Teams am Start, die dann dem Lauf auch den Stempel aufdrückten; außerdem Ulrike Hoeltz, LSG Karlsruhe.

Nach der ersten Runde und somit gelaufenen 2.450 m hatte sich bereits ein Trio abgesetzt, welches ab jetzt das Geschehen auf der Strecke bestimmte und aus welchem die späteren Sieger hervorgingen.

Ganz zum Schluss, nachdem er zu Beginn der letzten Runde noch an 2 lag, konnte Jürgen Bischoff seinen Vorjahressieg dann doch noch deutlich wiederholen. Er hat jedoch nicht nur in diesen beiden Jahren gewonnen, sondern auch 2002, 2003 und 2006. Außerdem war er noch drei Mal Zweiter. Seine schnellste Zeit auf der Strecke ist eine 31:01 aus dem Jahr 2003.

Aber auch diese Zeit reicht nicht an die Streckenbestzeit von Thomas Greger aus dem Jahr 1995 in 30:41 heran.

Endergebnis Männer:

1

Bischof Jürgen

VT Zweibrücken

 

1964

00:32:21

M40

2

Bongiovanni Luca

CAPS-Team TV Schriesh.

ITA

1976

00:32:26

M30

3

Freudenberger Holger

CAPS-Team/TSG Heilbronn

 

1977

00:32:52

M30

4

Bender Rafael

LC Bad Dürkheim

 

1978

00:33:49

M30

5

Lehmann Jonas

TV Limbach

 

1989

00:34:26

MHK

 

Die Mädels hatten mit Julia Wagner vom Caps-Team des TV Schriesheim schnell eine uneinholbare Führende auf der Strecke, welche allen anderen die Sporen zeigte und einen Start- / Zielsieg hinlegte.

Sie dominierte jede Runde, war zu keinem Zeitpunkt gefährdet und führt somit das Endergebnis der Frauen an:

1

Wagner Julia

CAPS-Team TV Schriesh.

 

1983

00:38:21

WHK

2

Jakobs Marion

SV Schlau.com Saar 05

 

1970

00:39:12

W30

3

Hoeltz Ulrike

LSG Karlsruhe

 

1961

00:39:24

W40

Aber auch die Frauen kamen, trotz den individuell guten Endzeiten, nicht an die Streckenbestzeit von Andreina Byrd heran. Sie siegte im Jahr 2005 in 34:47.

Auf der Strecke waren auch zwei große Gruppen – die Aktiven vom Team „Hospiz bewegt“ und außerdem 55 Aktive der Lebenshilfe e.V., die mit teils schwerbehinderten Aktiven teilnahmen und viel Spaß hatten. Sie gehören in diesen Lauf ganz selbstverständlich mit dazu und werden genau so mit Applaus bedacht, wie die Leistungs- und Frontläufer im Feld.

Außerdem starteten noch 3 Rekordteilnehmer – mit der Startnummer "1" Johann, genannt Hans Ohler aus Lachen – Speyerdorf, der zum 20. Mal lief; Matthias Bittermann mit der "2" vom TV Rheinau, der als gebürtiger Neustadter seinen 19. Lauf absolvierte. Die Orga funktionierte so reibungslos, dass sogar Jochen Küster, der Macher vom ausrichtenden PTSV Neustadt mitlief. Er sah sich „seinen Lauf“ bereits in der 18. Auflage auf eigenen Füßen an.

Fazit: Ein schöner Lauf durch eine teils unversehrte, historische Altstadt mit harmonischer Streckenführung. Die Organisation stimmt. Alles ist auf kurzem Weg erreichbar und somit steht einer einundzwanzigsten Auflage am 18. Juni 2010 wohl nichts im Wege…

Infos unter www.ptsv-neustadt.de

Ergebnisse unter: www.laufinfo.de oder www.laufdv.de

Ein weiterer Bericht folgt nächste Woche bei: www.laufticker.de

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