64. Paderborner Osterlauf, 03.04.2010
"neuer Streckenrekord beim Halbmarathon, prima Laufwetter während des ganzen Tages..." "
So fing alles an in Paderborn - wir schreiben das Jahr 1947:
Die damaligen Väter des Paderborner Osterlaufes hätten kaum gedacht, dass ihre Vision, kurz nach den Wirren des 2. Weltkrieges eine Laufveranstaltung rund um Paderborn zu veranstalten, heute Deutschlans City Lauf Nummer 1 ist und stolz den Titel "älteste Deutsche Straßenlaufveranstaltung" trägt.
Am 20.April 1947 konnten Heinrich Vockel, Hans Wienold und Otto Sziedat stolz die Geburt ihres Sprösslings verkünden. Der erste Paderborner Osterlauf war geboren und führte die Läuferinnen und Läufer vom Westerntor über die Promenade rund um die Stadt (der heutige innere Ring) zurück ins Ziel, ans Westerntor. Die Streckenlänge betrug damals: 3,35 km.
Wenn im Jahre 1947 nur 124 Teilnehmer/Innen dabei waren, sind es heute Tausende von Laufsportfans, die den Weg nach Paderborn finden und jedes Jahr gerne wieder in die Sportstadt Paderborn zurück kommen.“
Dieser aufschlussreiche Text findet sich in den Unterlagen der Veranstaltung und gibt Aufschluss darüber, welchen Weg der Paderborner Osterlauf über die fast 6 1/2 Jahrzehnte genommen hat...
Im Jahr 2009 hatte der Paderborner Osterlauf Teilnehmerrekord mit 8.113 Aktiven aufzuweisen.
Und nun 2010:
Es werden jedes Jahr eine Vielzahl an Aktivitäten angeboten, beginnend beim 1km Kindergartenlauf, über einen 1,5km Grundschulkinderlauf, über 5km Walking, einen 5km Fit and Fun Lauf, 10km Handbike - Race, 10km Straßenlauf, Halbmarathon Inlineskating bis zum Halbmarathon zu Fuß…

(RUNNERS POINT Doppeldecker, 1990 beim Nürburgringlauf)
Die beiden Zwergenläufe bewegen sich unmittelbar um das Wettkampfzentrum Maspernplatz herum, wo ich in den 80er Jahren des letzten Jahrtausends schon mit unserem grünen RUNNERS POINT Doppeldeckerbus moderiert habe.

(Paderborn, manchmal stur, doch immer herzlich, so ein Lied...)
Ich war dieses Jahr mal wieder an einem neuen Platz, genau gesagt am Fürstenweg, Hausnummer 19 beim TC Paderborn.
Der Tennisclub betreibt hier die letzte Verpflegungsstelle in der Runde vor dem Start- und Zielbereich bei ca. km 19,2.
Die Helferinnen und Helfer des Vereins bestückten die Tische, so dass alle Aktiven, außer den Zwergen hier versorgt werden konnten.
Die ersten Läuferinnen und Läufer, die diese Stelle passierten, waren jene über die 5km Einsteigerdistanz, denen etwas später die (Nordic-) Walker über dieselbe Distanz folgten.
Beim dSpace Handbike-Race wurde hohes Tempo angeschlagen und aus einer Dreiergruppe, welche das gesamte Rennen hindurch zusammenblieb, kamen auch die Männersieger.
Die Siegerzeit von Patrick Gabriel, Team Otto Bock/ GC Nenndorf von 18:21 entspricht einer Geschwindigkeit von 32,7 km/h.
Schnellste Teilnehmerin war auf Gesamtplatz 12 Pia Lingnau, USC Magdeburg in 27:38, was noch immer 21,7 km/h bedeuten und somit sicher manchen Fahrradfahrer alt aussehen lassen, zumal diese „Rollis“ keine Profis sind…

(10er Spitze, 1.800m vor der Ziellinie...)
Der 10km Lauf, welcher in einer Runde gelaufen wurde, präsentierte das bekannte Feld bei schnellen Straßenläufen. Die afrikanischen Männer bestimmten auf jedem Kilometer das Tempo und ließen nie einen Zweifel aufkommen, wer hier die Siegprämien mit nach Hause nehmen sollte.
Zum Ende hin waren die Plätze auf dem Treppchen verteilt, wie folgt:
1. Delale, Berhanu ETH 27:49
2. Chebii, Daniel KEN 27:49
3. Tum, Stephen KEN 27:52
Also auf Platz 1 bis 3 eine enge Kiste mit Foto Finish zugunsten des Teilnehmers aus Äthiopien.

(10km Feld mit Sebastian Lienen aus Hövelhof...)
Der Streckenrekord von Carsten Eich aus dem Jahr 1993 (vor 17 Jahren !) mit 27:47 wurde erneut, wenn auch nur um 2 sec., verpasst. In dem Jahr konnten noch Inländer mit Siegen glänzen.
Dieses Jahr war der schnellste für einen deutschen Verein laufende Aktive Musa Roba - Kinkal, TV Wattenscheid in 28:50 auf Platz 9. Der schnellste gebürtige Deutsche war auf Platz 14 Wolfram Müller, LAC Erfurt in 29:15.
Bei den Damen verteilen sich die Plätze 1 bis 3 auf:
1. Tola, Fate ETH, 32:01
2. Kiprop, Helah KEN, 32:28
3. Cheboi, Veronica KEN, 32:47
Schnellste Deutsche war, nach 9 Afrikanerinnen auf Gesamtplatz 10, Anna Reuter, FV Wallau , 36:45.
Auch hier blieb der Streckenrekord von 31:19 von Linah Cheriuyot aus Kenia aus dem Jahr 2002 unangefochten.
Sämtliche Erstplatzierten bei den Damen und den Herren kamen ausschließlich aus der Klasse W / M 20 !

(Inliner - Verfolger der Spitze...)
Die Inliner starteten um 14:00 Uhr und hatten fast alle ihre Startnummern auf dem Oberschenkel und (natürlich) auf der anderen Seite, als mein Standort, so dass ich mit diesen nicht so viel anfangen konnte, zumindest, was die Lizenz - Fahrerinnen und Fahrer betrifft.

(Frauenspitze Inliner Halbmarathon)
Im Feld waren aber auch die ohne Lizenz, also Volks-Inliner, die teilweise ihre Nummern auf der Brust oder mittels eines Startnummernbandes um die Hüfte trugen. Hier konnte ich einige namentlich vorstellen.

(Die ersten vier Halbmarathoni...)
Den Abschluss des ältesten Citylaufs Deutschlands bildeten die Aktiven im Halbmarathon.
Nach der ersten Runde hatten sich bei den Männer 4 Aktive nach vorne abgesetzt, die beim Erscheinen in Runde 2 und somit bei ~ km 19,1 nur noch zu Dritt waren.

(in der Mitte in blau: Wolfgang Tamm)
Auch hier das gewohnte Bild: die ersten 9 Plätze in der Ergebnisliste gehen nach Kenia; hier war kein äthiopischer Konkurrent am Start.
Platz 10 wurde durch einen Aktiven aus der Türke belegt und schnellster Deutscher war auf Platz 11 der für die LG Eintracht Frankfurt startende Deutsche Berglaufmeister Timo Zeiler in 1:09:03.
Die Plätze 1 bis 3 – Männer:
1. Maina, Charles KEN, 1:01:12 neuer Streckenrekord
2. Masai, Gilbert KEN, 1:01:14
3. Kirop, Pius KEN, 1:01:15
Dieses enge Rennen trieb den Sieger zur neuen Streckenbestzeit, womit er den bestehenden Rekord von Charles Ngolepus, KEN, aus dem Jahr 2008 von 1:01:24 um immerhin 12sec. unterlief.

(Spitze Halbmarathon Frauen, mit Verfolgergruppe...)
Bei den Frauen finden sich unter den ersten sechs vier Teilnehmerinnen aus Kenia, welche auch die Siegerin stellen. Die Plätze 2 und 3 gehen jedoch nach Norwegen, Platz 2 an die mit 1:10:19 PB schnellste gemeldete Athletin.
Das Treppchen der Damen Halbmarathon:
1. Kimutai-Jepkosgei, Hellen KEN, 1:13:57
2. Otterbu, Kirsten NOR, 1:14:04
3. Bus-Holth, Christina NOR, 1:15:01

(Petra Maak und Jose-Luis Gonzalez-Diez...)
Schnellste deutsche Mädels waren auf Platz 7 Petra Maak, TSV Bayer Dormagen in 1:18:45 (Siegerin in diesem Jahr 2010 bei den Nordhrien – Crossmeisterschaften)...

(Silvia Krull und (noch) davor Ulrich Fischell, LC Duisburg...)
...und auf Platz 8 Silvia Krull, LG-Lage Detmold in 1:19:08 (Streckenrekordhalterin beim Baldeneysee – Marathon in Essen in 2:38:21).
Der Streckenrekord wurde letztes Jahr von Irina Mikitenko vom TV Wattenscheid in 1:08,51 erzielt.
Im selben Jahr stellte sie mit 2:19:19 in Berlin ebenfalls einen neuen deutschen Rekord über die Marathondistanz auf. Sie war jedoch verletzt und sagte kurzfristig, 2 Tage vor dem Lauf, ihre Teilnahme ab !

(rechts die Sechste im Halbmarathon Joan Cherop, KEN...)
Das Westfalenblatt berichtet online noch am Veranstaltungstag:
Paderborn (WB). Der Paderborner Osterlauf war auch in der 64. Auflage ein voller Erfolg - und hat einen neuen Streckenrekord. Der Kenianer Charles Maina lief die Halbmarathonstrecke (21,1 Kilometer) in 1:01,12 Stunde und unterbot die alte Bestzeit damit um 12 Sekunden.
Doch nicht nur die sportlichen Höchstleistungen erfreuten die Organisatoren. Mit 8108 Teilnehmern traten nur fünf Starter weniger an als im vergangenen Jahr. "Ich bin mit dem Verlauf, den Leistungen und der Teilnehmerzahl sehr zufrieden", freute sich Osterlauf-Geschäftsführer Peter Horak. Selbst das Wetter spielte am Karsamstag mit. Obwohl die Regenwahrscheinlichkeit am Morgen noch mit 85 Prozent angegeben wurde, strahlte bei den Starts der 5- und 10-Kilometerläufe die Sonne, nur beim Halbmarathon am Nachmittag zog der Himmel etwas zu.
Hierbei handelt es sich um die Meldezahlen.
Wenn ich jedoch die Finisherzahlen der Aktiven in den Ergebnislisten von Mika – Timing addiere, komme ich auf 5.700 Personen, die sich aufteilen in: 390w + 579m im 5km Fit und Fun – Lauf, 144 5km Walking, 20 Handbiker, 736w + 1.948m im 10km Lauf, 40w + 85m Inliner mit Lizenz und 30w + 89m Inliner ohne Lizenz = 244 und 337w + 1.302m im Halbmarathon macht für mich insgesamt 5.700 registrierte Personen im Ziel.
Nachtrag:
im Bericht vom Online Portal "Laufreport.de" wird berichtet, dass 1.788 Kinder bei beiden Starts das Ziel erreichten, so dass sich eine Gesamtzahl von 7.488 registrierten Aktiven im Ziel ergibt.
Nachzulesen unter:
http://www.laufreport.de/archiv/0410/paderborn/paderborn.htm

(Frank Eickmann lacht nicht - er beist...)
Mein RUNNERS POINT Kollege Frank Eickmann lief ebenfalls einen Halben, trotz Rückenschmerzen und finishte in 1:46:52. Was ihn aber mehr schmerzte war die Niederlage "seines Vereins", des FC Schalke 04...
Außerdem im Feld vertreten war unser Marketingleiter Daniel Kumelis, Endzeit 35:07 und Björn Weier, der Kollege vom silbernen RUNNERS POINT Running Mobil mit Zielzeit von 46:51.
Fazit:
Auch das Jahr 2010, in welchem es entgegen der Wetterprognosen ganztägig trocken blieb, hat wieder einmal gezeigt, dass der Osterlauf in Paderborn mit Recht der Lauf ist, der seit 1947 kontinuierlich durchgeführt wird und auch den Wechsel an der Organisationsspitze verkraftet hat.
Deutlich wurde aber auch, dass es in Paderborn mit dem Maspernplatz nur eine Stelle gibt, an der sich Publikum sammelt, ansonsten scheint dieses sportliche Großereignis an den Einwohnern der Bischofsstadt ziemlich vorbei zu laufen…

(tolle Leistung - sehbehindert und gehörlos: Ralf Buschmann aus Essen und seine Begleiterin in 2:30:46...)
Alle Infos auf der Seite der Veranstaltung unter: www.paderborner-osterlauf.de
Alle Ergebnisse außerdem unter: www.mikatiming.de
Fotos auf der Seite des Fotopartners des Lauf unter: http://www.foto-team-mueller.de/
Nächster Lauf: Samstag, 23. April 2011


