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30. Marathonstaffel Sportfr. Seligenstadt, 27.05.2009

 

„time to say: godbye..."

 

Es spielte schon ein größeres Maß an Wehmut mit an diesem Laufabend in Seligenstadt.

Die Lauffreunde Seligenstadt, namentlich Walter Kromer und Herbert Held mit ihrem Team verabschiedeten sich nach einer langen Veranstaltungsreihe aus dem Geschehen am Mainufer.

(Walter Kromer hat gut Lachen - jetzt kommt der Ruhestand...)

 

1974 gründete Walter Kromer die Sparte Leichtathletik im Bezirk Hanau im Betriebssportverband Hessen und erfand 1980 die Seligenstädter Marathonstaffel. Bei der ersten Veranstaltung waren 12 Teams am Start, wogegen im Jahr 2008 115 Teams um einen Startplatz rangen, denn es werden maximal 99 Teams laufen gelassen, da es sonst zu unübersichtlich wird.

Bereits vor 10 Jahren gab es einmal den Gedanken, dass jetzt andere, jüngere Engagierte diese erfolgreiche Laufserie fortsetzen sollten. Damals hat es sich das Team dann doch noch einmal überlegt, so dass weitere 10 Jahre mit 10 Läufen folgten. Nun war aber endgültig Schluss.

Zur Erleichterung der vielen, vielen Wiederholungstäter in Sachen Laufsport aber nur mit dem bisherigen Team.

(parallel beide Generationen am Auswertetisch)

 

Vor Ort, noch vor dem Start wurde darauf hingewiesen, dass es eine Nachfolgeorganisation gibt, die auch in Anwesenheit mehrerer Personen vor Ort war und nicht nur beobachtete, sondern auch schon eine Parallelauswertung mit dem Laptop fuhr, um zu erfahren, wie die Staffel abläuft.

 

(vor prächtiger Kulisse sammeln sich die ersten Teams)

 

Start ist traditionell um 18:30 Uhr direkt am Mainufer, wo eine kleine Fähre die wenigen Meter überwindet und auf die bayerische Flussseite übersetzt.

Vor historischer Kulisse spielt sich alles ab, was die sportlichen Teile betrifft, bevor am Tagesende die Siegerehrung in der Jahnstrasse vor der Sporthalle den Schlusspunkt setzt.

Die Staffel funktioniert wie folgt:

jede Staffel hat 6 Aktive mit den Endziffern 1 bis 6 auf den Startnummern, also als Beispiel: 1 bis 6; 11 bis 16; 901 bis 906 etc.

(Startaufstellung - rechts Sara von Kutzleben noch "im Weg"...)

 

Mit Startschuss laufen die Endziffern 1 und 2 gemeinsam in die erste Runde. Bei individueller Rückkehr, es muss also nicht miteinander gelaufen werden, wechselt die Endziffer 1 auf die 3, die 2 auf die 4 und beim letzten Wechsel die 3 auf 5 und die 4 auf 6. Jeder legt die Distanz von 7.033 m zurück.

Die beiden Endzeiten der Schlussläufer werden addiert und somit gibt es eine Rangfolge. Gewertet wird in 6 Kategorien – Vereine: Männer, Frauen und Mixed und ebenso bei Betriebssport m, w, mx.

Es finden sich ganz unterschiedliche Staffeln mit verschiedenen Ambitionen.

Da gibt es die "Zeitenjäger", welche ohne Gnade laufen und auch lautstark den Wechsel ankündigen, um keine stehende Staffel zu haben. Dann sind die „Vorjahreszeit halten“ Läufer am Start, welche mit Blick auf die Uhr eine vergleichbare Leistung erbringen wollen. Es gibt die „wer läuft denn eigentlich mit mir“ Staffeln, die sich zwar gemeinsam gemeldet haben, sich aber vorher noch nicht kennen.

Gerne laufen auch die „wir zeigen es den Männern“ Teams, die ebenfalls Tempo machen. Es gibt die „wie funktioniert das hier eigentlich, wir sind das erste mal dabei“ Aktiven und natürlich sind auch immer „Titelverteidiger“, bzw. „Vorjahressieger“ am Start.

(Nachwuchs des SC Steinberg)

 

Und das alles nicht nur in Mixed Teams, bei denen Frauen und Männer gemeinsam laufen, sondern auch über zwei oder mehrere Generationen hinweg, die gemeinsam unterwegs sind. In der Vergangenheit gab es auch mehrfach reine Schülerstaffeln, die aber dieses Jahr nicht antraten, zumal die damaligen Schüler /-innen mittlerweite ambitioniert in Erwachsenenklassen starten, wenn sie noch weiterhin laufen.

(Wechselzone)

 

Als die ersten beiden Läufer in die Wechselzone hineinstürmten, war bereits fast klar: „der Drops ist gelutscht!“ Die TSG Kleinostheim machte mächtig Alarm und wer die Jungs kennt weiß, dass das alles keine „heurigen Hasen“ sind, sondern ambitionierte Läufer.

Mit irreal erscheinendem Vorsprung lief der Erste des Teams bereits in die zweite Runde raus, als der zeitgleich gestartete Anfangsläufer mit der anderen Endziffer noch gar nicht in Sicht des Wechsels war. Bis zum Ende hin gaben sie ihren Vorsprung nicht mehr ab, so dass es bei den Männern der Vereine nun noch um die Frage ging: Zweiter? Dritter?

Hervorhebenswert ist wieder einmal die Leistung bei den Männerteams der Betriebssportler: das Team Merck Darmstadt siegte nicht nur zum dreizehnten mal, sondern dies auch in Folge. Seit 1998 hat kein anderes Team in dieser Wertungsklasse eine Änderung herbeiführen können. Es muss natürlich fairer weise gesagt werden, dass die aktuellen Sieger nichts mehr mit denen von 1997 zu tun haben; dennoch wird dort toller Betriebssport praktiziert, denn:

auch bei den Frauen Betriebssport dominiert Merck Darmstadt seit mehr als einem Jahrzehnt die Marathonstaffel. Vor diesem Start ebenfalls schon 11 Siege in Folge bei den Frauen und auch sie wiederholten ihre Erfolge und siegten zum zwölften Mal in Folge !!!

(Das Wetter passt - warten auf die Siegerehrungen)

 

Zur stimmungsvollen Siegerehrung am Vereinsheim kamen viele Aktive wieder zusammen, werden doch alle 6 Wertungskategorien nach vorn gebeten und jedes Team erhält sowieso eine Urkunde.

Alle bisher aufgestellten Streckenbestzeiten blieben unangetastet – als Beispiel sei die insgesamt schnellste zu nennen:

TV Haibach im Jahr 1992 mit Endzeit von 2:21:43,5 Std.

(Yeti-Jäger mit Walter Kromer und Mitstreiter der Zeitnahme)

 

Unterwegs war auch mein RUNNERS POINT Kollege Uli Amborn, der eigentlich für die LG Offenbach startet und, wenn er nicht im RP Oberteil unterwegs ist, das blaue Vereinstrikot der LGO trägt. Er war an die „Yeti-Jäger“ vom Offenbach LC ausgeliehen, die sich um die Familie Kuttich gegründet haben.

Der Name hat mit Hintergründen beim, in 1 ½ Wochen stattfindenden, Brüder-Grimm-Lauf zu tun und wäre zu umfangreich, jetzt hier erläutert zu werden.

Ungewohnt war nur, Uli in einem grün / rot / schwarzen Oberteil zu sehen; hier folgt noch ein Foto…

TSG Kleinostheim 1 845/846 2:35:21 1:16:30 1:18:51 Verein - Männer
SV 1911 Traisa 1 825/826 2:39:34 1:21:02 1:18:32 Verein - Männer
Laufwerk Gelnhausen 1 595/596 2:44:39 1:23:23 1:21:16 Verein - Männer

 

TSG Kleinostheim 555/556 3:22:42 1:43:05 1:39:37 Verein - Frauen
LG EVO Seligenstadt 535/536 3:26:16 1:46:19 1:39:57 Verein - Frauen
RLT Rodgau 545/546 3:26:26 1:45:09 1:41:17 Verein - Frauen

 

OF Yeti-Jäger 605/606 2:48:36 1:25:07 1:23:29 Verein - Mix
LT HU / Bruchköbel 1 805/806 2:49:16 1:25:24 1:23:52 Verein - Mix
TV Großostheim 885/886 2:58:19 1:26:53 1:31:26 Verein - Mix

 

MERCK Darmstadt 1 45/46 2:46:55 1:24:27 1:22:28 BSG - Männer
MAN-Roland OF 1 365/366 2:55:01 1:24:54 1:30:07 BSG - Männer
Schneider Electric 7 435/436 3:15:18 1:34:05 1:41:13 BSG - Männer

 

MERCK Darmstadt 185/186 3:27:32 1:42:46 1:44:46 BSG - Frauen
Finanzämter OF 415/416 3:51:08 1:57:18 1:53:50 BSG - Frauen
VHS Alzenau 495/496 3:53:04 1:56:06 1:56:58 BSG - Frauen

 

Schneider Electric  145/146 3:05:51 1:31:55 1:33:56 BSG - Mix
AVAYA - Ffm 1 215/216 3:11:41 1:33:02 1:38:39 BSG - Mix
SKC D. Bundesbank Ffm 325/326 3:16:04 1:32:44 1:43:20 BSG - Mix

 

Alle Ergebnisse finden sich unter: http://www.sportfreunde-seligenstadt.de/

Um 22:10 Uhr waren die Siegerehrungen vorbei.

Die bisher Verantwortlichen saßen danach noch mit den Nachfolgern zusammen und besprachen den Tag in Seligenstadt.  

Fazit: die nächste Generation, wohl von LG EVO Seligenstadt, wird zukünftig diese Staffel fortsetzen. Dem neuen Team ist natürlich ebenfalls zu wünschen, dass es eine vergleichbar erfolgreiche Veranstaltungsserie wird.

Angepeilter Termin ist wie immer der letzte Mittwoch im Mai – konkret:

26.Mai 2010.

RUNNERS POINT FAHNE