9. iWelt Marathon Würzburg, 24.05.2009
„cremen sich die Schweine ein, wird´s ein heißer Sommer sein..."
...so die Bauernregel.
Und es wurde heiß an diesem Marathontag in Würzburg. Bis zu 29° zeigte das Thermometer am Sonntagnachmittag auf dem Marktplatz.
Davor lag aber der Samstag, der bereits einige Läufe hatte:
im Programm steht um 10:00 Uhr Müller-Bäcks Hörnchenlauf über 3km; 14:00 Uhr der Bambini-Marathon über 1km; 14:30 Sparkassen Mini Marathon über 3km.
Dann gab es den ganzen Tag zwischen 10:00 Uhr und 19:00 Uhr die Messe mit Startnummern- und Chipausgabe, Nudelparty und Showprogramm.

Als ich gegen 17:40 Uhr in die Halle kam, war hier relativer „Totentanz“. Einige Aussteller, speziell die Veranstalter weiterer Läufe hatten bereits ihre Stände verlassen, einige gänzlich abgebaut und tauchten dann wohl auch am Sonntag nicht mehr auf.

Was ich vom Showprogramm erlebte, begeisterte kurzfristig zwar die männlichen Zuseher, war aber nicht so sehr auf das möglich anwesende Publikum ausgelegt; da es aber sowieso nicht anwesend war, merkte das auch (fast) niemand…
Der Start- und Zielbereich war dieses Jahr vor dem Congress Centrum Würzburg (CCW), so dass die Organisation kurze Wege hatte.

Beherrscht wird die Ansicht der Stadt von der Festung, die alt ehrwürdig über allem thront und auch auf die alte Brücke schaut, wo kurz nach km 8 am Sonntag die Strecke herüber führte.

Ebenso bildet einen Teil der historischen Kulisse der sog. „alte Kranen“, unmittelbar am Mainufer gelegen.

Der Start- und Zielbereich war also auf der rechten Mainseite, gegenüber der Talavera, wo einige Dinge zur Kinderbelustigung aufgebaut waren und, vermute ich, auch die Kinderläufe Start und Ziel hatten. Hier konnte auch geparkt werden.

Sonntags war mein Standort am unteren Markt, bei ~ km 20,3 und 41,2.
Ich stand direkt vor der Marienkapelle, einer recht großen Kirche, die aber trotzdem Kapelle heißt !?!
Hier sicherten die Helfer vom Motorsport-Team MSP die Strecke ab und sorgten für einen weitestgehend reibungslosen Ablauf.

Es wurden offensichtlich einige afrikanische Läufer /-innen respektive ihre Manager nach Würzburg gelockt, da außer der Siegprämie von 600,- für Marathon oder 300,- für Halbmarathon auch noch 2.000,- bzw. 500,- Euro Prämie für die Verbesserung der Streckenrekorde im Marathon bzw. Halbmarathon ausgelobt waren. Dies schien eine nicht unlösbare Aufgabe zu sein, nur:
die Streckenbestzeiten sind sämtlich einige Jahre alt und auf dem „alten Kurs“ gelaufen worden, der nicht so eckig war und somit einen höheren Schnitt erlaubte. So ging die Rechnung fast nicht auf. Lediglich die Streckenbestzeit der Männer beim Halbmarathon wurde von bestehenden 1:05:22 aus dem Jahr 2002 getoppt.
Julius Arile aus Kenia, der eine persönliche Bestzeit im Halbmarathon von 1:03:20 angibt, konnte hier zuschlagen. Er schraubte die Streckenbestzeit auf (brutto) 1:04:20 herunter.

Zweiter im Halbmarathon wurde Collins Kibet, KEN in 1:07:27 und Platz 3 belegte Yisaya Dengw, TAZ, in 1:07:30.
Schnellster Deutscher Halbmarathoni wurde auf Platz 5 Sebastiano Ilardi, RV Viktoria Wombach in 1:19:01 und somit eine viertel Stunde hinter dem Sieger.
Bei den Frauen im Halbmarathon wurde die aktuelle Streckenbestzeit von 1:15:20 aus dem Jahr 2006 nicht angekratzt.
Es siegte in (brutto) 1:18:52 Selly Kaptich, KEN; Platz 2 Eliza Lopilala, KEN, 1:26:23, Platz 3 ging an die erste deutsche Läuferin Rebecca Gessat, Laufclub Dübener Heide, 1:27:12.
Bei den Aktiven im Marathon lief alles noch deutlicher an den bestehenden Streckenbestzeiten vorüber, welche aktuell bei den Männern bei 2:15:42 aus 2002 und bei den Frauen bei 2:38:42 aus 2005 liegen.

Hier liefen nach der ersten Runde die Startnummern 2 und 3 gemeinsam in die nächste Runde, hatten aber schon einen erklecklichen Vorsprung vor dem Dritten im Feld.
Im Ziel lautete die Wertung dann wie folgt:
Platz 1 Michael Tluvay, TAZ, 2:24:15; Platz 2 Joel Kiptoo, KEN, 2:35:05 und Platz 3 George Stewart, GBR, 2:38:56. Erster deutscher Läufer ist auf Platz 4 Richard Schumacher, AST Süßen, 2:42:34.

Die Süßener hatten, genau so, wie auch ETSV Lauda, Jubelleute an der Strecke, die für zeitweilige Stimmung sorgten.
Ergebnis Frauen Marathon:
Siegerin Peris Poywo, KEN, 2:54:44, Platz 2 und erste Deutsche – die Vorjahressiegerin Carolin Meyer, City Studio Wöhrle, 3:09:14; Platz 3 Sabine Pullins, ohne Ort oder Verein, 3:11:33.
Leider waren die Startnummern der Marathoni, also genau derjenigen, die zweimal bei mir vorbei liefen so unerkennbar gestaltet, da irgend jemand auf die Idee verfiel, schwarze Ziffern auf dunkelblauem Grund zu drucken – ganz großes Kino.
So wechselte ich zwischenzeitlich meinen Standort von der Außenbahn auf die Ideallinie, musste aber dann wieder zurück, da die Laufzeit meines Laptop-Akku dann auch begrenzt war und keine 5 ¾ Stunden durchhielt.

Die Würzburger Organisation hatte selbstverständlich Tempomacher in den einzelnen Blöcken eingesetzt, welche durch ihre mit Endzeit versehenen Ballons gut auszumachen waren.

(Sigrid Kosok vom Marathon Steinfurt e.V. mit Begleiter)
Erfunden hat diese Tempomacher bei Volkslaufveranstaltungen nicht Ricola, also keine Schweitzer, sonder das Team vom TB Burgsteinfurt und Marathon Steinfurt, die aus dem Münsterland kommen und das als erste Organisation beim Steinfurt Marathon anboten. Und da die Steinfurter auch weitere Anreisen nicht scheuen, waren sie auch zahlenstark in Würzburg mit dabei.

Die Temperaturen erreichten im Laufe des Mittags 29° Celsius im Schatten, da hatte sich ein Läufer was ganz besonderes einfallen lassen. Er hatte eigentlich nur einen Beutel um, der mit Trägern und einer Stringrückseite versehen war.

Und dann war da noch eine nette, ältere Damen, die der Meinung war, dass ich das alles doch "so nett" mache, dass sie mir einen Erdbeerkuchen mit Kaffee bringen ließ und mir somit einen heißen Lauftag in Würzburg versüßte, danke nochmals...

Ergebnisse wie so oft bei www.mikatiming.de und natürlich auf der Seite des Marathon unter: http://www.wuerzburg-marathon.de/
Nachtrag: es gibt, wie so oft, einen detaillierten und bebilderten Bericht bei:
http://www.laufreport.de/archiv/0509/wuerzburg/wuerzburg.htm


